
Die Aufzucht meiner Testudo Horsfieldii
Eine Schildkröte aufzuziehen, bedeutet eine lange - lebenslange -
Verantwortung für
Geschöpfe zu übernehmen, die uns total ausgeliefert sind.
Deshalb nehme ich mir viel Zeit, die Familien für meine kleinen Schildkrötenbabies
auszusuchen und sie zu beraten.
Ich persönlich würde mich immer wieder nur für Steppenschildkröten entscheiden.
Vor einigen Jahren fragt mich ein Freund :
"Warum nicht z. B. Griechen, die
sind doch viel intensiver gezeichnet ?"
Doch, wer einmal die Horsfieldii über eine
längere Zeit beobachtet hat, wird mich
verstehen. Sie sind immerzu aktiv.
Ob beim
Erklimmen eines Hügels im Gehege
oder beim Buddeln und auch ... bei der " Familienplanung ".
Trotz Washingtoner Artenschutzabkommen ist der Schwarzmarkt
mit Schildkröten
nie ganz unterbunden worden.
Nur Menschen mit Unvernunft und oft auch Unerfahrenheit tragen dazu bei, dieses
zu
unterstützen.
Beim Kauf einer Schildkröte ohne Papiere holen Sie sich evtl ein
krankes Tier und
die Tierarztkosten überschreiten dann schnell den Kaufpreis um ein
vielfaches.
Außerdem kann ein krankes Tier die vorhandene Gruppe anstecken und bei Herpes
sogar die
gesamte Gruppe vernichten. Deshalb Tiere nie ohne Papiere anschaffen!!
Einen Neuzugang stelle ich immer erst in meiner Tierarztpraxis vor und auch
meine Tierheilpraktikerin kommt zu uns und untersucht zusätzlich den
"Neuling".
Ich empfehle, sich vor der Anschaffung einer Schildkrötengruppe (bitte keine Haltung
von Einzeltieren !) sich die Elterntiere anzuschauen. So hat man die Sicherheit,
Tiere
aus heimischer Haltung zu bekommen.
Nehmen Sie sich Zeit und beobachten
sie die Tiere genau.
Steppenschildkrötenbabies sind sehr aktiv, klettern, stürzen ab
und erklimmen sofort
wieder ihren "Berg".
Ein guter Zeitpunkt, mit einer
Schildkrötengruppe zu beginnen ist April / Mai.
Schauen sie sich Ihre evtl.
Tiere immer am Tag an, wenn sie aktiv sind. Meine neuen
Landschildkrötenfamilien lade ich immer
zwischen 11 und 16 Uhr zu mir ein; nach
Möglichkeit bei gutem Wetter um die Tiere draußen im Gehege aktiv zu erleben.
Auch wird der Züchter den neuen Haltern sicher gern viele Fragen beantworten
und
später auch mit Rat zur Seite stehen.
Viele "meiner Tiere" kommen später zur
Winterstarre oder zum Kurzurlaub wieder zu mir.
Studieren Sie vor dem Kauf die vom Züchter empfohlenen Bücher und bereiten
alles für
Ihre neue Schildkrötengruppe vor.
Beim Züchter sehen Sie alle notwendigen Anschaffungen, wie z. B UV Lampen und
Wärmelampen, Zeitschaltuhren.
Sicher berät er Sie gern über alle notwendigen
Anschaffungen.
Testudo Horsfieldii halte ich vor und nach der Winterstarre kurze Zeit im
Wintergarten,
natürlich mit Wärme- und UV-Lampen.
Aber sobald es Frühling wird, leben die Tiere im Außengehege. Die erwachsenen
Weibchen, Männchen und die Jungtiere in eigenen Abteilungen, mit jeweils eigenen
Schlaf-
und auch Gewächshäusern, wo sie sich vor Feuchtigkeit und Kälte immer
zurückziehen können.
Mehr über Außengehege siehe unter ÜBER UNS / AUSSENGEHEGE
Bereiten sie alles für Ihre neuen Tiere vor, bevor sie diese in das neue Heim
holen.
Zwischen
Klinkerwand und den Schlafhäusern haben die Schildkröten bei mir ihre
Holzhäuschen
mit Doppelstegdach (klappbar). Hier ist die Möglichkeit, bei kaltem
Wetter mit Wärme-Lampen nachzuheizen.
Geschlechter sind auch hier getrennt. Meine neugierigen Steppenschildkröten
sind
wie immer "vor Ort" und wollen gleich durch die Hütten marschieren. (im
April 2009)
Rund um eine sich schnell von der Sonne aufwärmende Klinkerwand haben
bei mir
die Steppenschildkröten ihr Zuhause. Die Erde im Gehege ist durchlässig, so
dass
bei viel Regen das Wasser schnell im Erdreich versickert.
Bei der Planung der
Anlage muss man berücksichtigen, Horsfieldii dürfen keiner
ständigen Nässe
ausgesetzt sein und wichtig - nach außen das Gehege sichern -
es sind kleine Ausbruchskünstler!!.
Oben links eine zusätzliche kleine Steppenlandschaft für die großen Weibchen.
Rechts sonnen sich die Kleinen auf den von der Sonne aufgewärmten Sandstein-
platten.
Sie haben viel Versteckmöglichkeiten, ausreichend zum Klettern, Sonnenplätze
und Bewegungsfreiheit. Es gelingt ihnen ( nicht mehr ) sich unter der
Umrandung
nach draußen zu buddeln und auch nicht drüber hinweg zu klettern. ( kleine Zäune,
Sträucher am Rand ermöglichten es ihnen früher !!!)
Hier einige Versteckmöglichkeiten in unserem Gehege
Und das sind einige beliebte Sonnenplätze
Um
gesunden Nachwuchs aufzuziehen, müssen einige Voraussetzungen
erfüllt
sein. Für mich war immer wichtig, auf die Gesundheit der Elterntiere zu
achten, ihnen
das richtige Futter, ausreichend Bewegungsfreiheit an frischer Luft, die
notwendige
Pflege und natürlich Hygiene (Sauberkeit) zukommen zu lassen.
Regelmäßig sehen meine Tierärztin und meine Tierheilpraktikerin alle Tiere.
Neuzugänge haben eine ausreichende Quarantänezeit, um bei einer evtl. Krankheit
die
vorhandene Gruppe nicht anzustecken.
Männliche und weibliche Tiere sind für kurze Zeit vor und auch nach dem
Winterschlaf
zusammen. Da inzwischen einige meiner Halter Nachwuchs meiner
Gruppe für eigene
Zucht wünschen, wird gezielt für Nachwuchs gesorgt. So ist auch
bei den späteren
Züchtern Sicherheit gegeben, nicht mit Geschwistertieren später zu
züchten.
Ungefähr
Mitte April werden hier die ersten Eier gelegt. Jedes Weibchen legt im
Abstand von ca. 3 bis 4 Wochen drei Gelege mit jeweils 2 bis 4 Eier.
Ich markiere die
Eier und sie kommen in den Bruha -Inkubator bei einer Temperatur
von ca. 32 Grad und ca 65 bis
75 % Luftfeuchtigkeit.
In den vergangenen Jahren gab es kaum unbefruchtete und abgestorbene Eier.
Sehr
unruhig laufen die Weibchen vor der Eiablage schon 2-3 Tage im Gehege
umher. Sie
verhalten sich wie die Männchen in der Balz gegenüber den anderen
Weibchen. So erreichen sie
gezielt, die anderen Weibchen entfernen sich schnell
von ihnen und sie können selbst in Ruhe
ihre Eier verbuddeln.
Bianca vertreibt Mausi.....und.....................legt dann 4 Eier - April 2009
Diese Aktion dauert ca. 2 bis 3 Stunden. Nicht immer ist der erste Platz der
Richtige.
Es kann manchmal sogar mehrer Tage dauern bis die Eier gelegt sind. In kühlen
Sommern
helfe ich mit einem Baustrahler, die Erde zu erwärmen. Das Weibchen
frisst zuerst etwas
Erde und ist alles ok. - dann geht es los.
Beginnt sie, das Loch wieder zuzuscharren, setze ich sie an eine andere Stelle
und
nehme die Eier vorsichtig heraus. An dem neuen Platz sitzt nun das Weibchen und
scharrt
das "vermeintliche" Gelege ausgiebig zu.
Da ich für alle Jungtiere die Familien sehr sorgfältig aussuche ( was viel
Zeit in
Anspruch nimmt ), sammle ich nicht alle Eier ein.
Im Inkubator sehe ich bereits nach wenigen Tagen
ob die Eier befruchtet sind.
Sie können das an den Eiern aus dem Jahr 2009 gern mitverfolgen.
Auf
dem rechten Foto sieht man bereits an den hellen Flecken auf den Eier,
sie
sind befruchtet. Langsam wird aus dem kleinen Fleck rund um das Ei
eine
"Bauchbinde". In den nächsten Tagen neue Fotos.
( 14.04.2009)
Horsfieldii-Eier Stand 21.04.2009
3 Eier von Bianca schon schneeweiß "Bauchbinde" deutlich bei Mausis Eiern
ebenfalls bei Blondies Eiern 2 " Rieseneier " ( li ) von Brauni
Das ist der Stand vom 29.05.2009
21 Eier. alle 4 Weibchen haben ein zweites
Gelege abgesetzt. Bis auf Braunies "Riesenei" sehen alle Eier
"befruchtet aus.
Als Test liegen einige Eier wie bisher auf Sand und der Rest auf einem
Gemisch
aus Erde und Sand.
12. Juni 17.30 Uhr - es kann aber noch.. ...ein paar Tage dauern (Gelege 1)
Nach 63 Tagen im Inkubator sind bereits 3
Eier leicht geöffnet. Und - bereits nach
4
Stunden ist das erste Tierchen da und wiegt 17 g. Die Nr. 2 braucht nur 3
Stunden
länger, muß aber noch einen Tag in die Brutmaschine, da der Dottersack
noch nicht
ganz eingezogen ist. Am nächsten Tag kommt Nr. 3 auf die Welt. Biancas Babies
sind gesund und munter.
Am 14. und 15. Juni schlüpfen Nr. 4 und 5 (Mausis Eier aus Gelege 2)
Gleichzeitig kommen am 15. Juni aus dem Gelege Nr. 3 Blondies Kinder zur
Welt
als Nr. 6 und 7
Am 18. Juni versucht aus Bianca Gelege ein
Zwilling zu schlüpfen.
Das sehr kleine Tier stirbt leider am 21. Juni in
der Brutmaschine.
Die anderen 7 Horsfieldiis sind gesund und sehr aktiv.
Am 4. Juli reisen die Kleinen zu Pflegeeltern
Angelika und Wolfgang - im Gepäck
ist auch der Inkubator mit den restlichen Eiern.
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Angelika führte ein kleines Tagebuch über die Zeit mit ihren Schützlingen.
Bünde, im August 2009 Petra´s Nachwuchs 2009
Die Horsfieldii - Eier wurden abgelegt :
von Bianca am 10.04.2009 - 4 Eier
geboren wurden 4 Babys, wovon leider 1 verstarb.
von Mausi am 12.04.2009 - 4
Eier
geboren wurden 2 Babys
von Blondie am 14.04.2009 - 3 Eier
geboren wurden 3 Babys
von Brauni am 21.04.2009 - 2 Eier
geboren wurde 1 Baby
von Mausi am 18.05.2009 - 1 Ei
geboren wurde 1 Baby
von Bianca am 19.05.2009 - 2 Eier
geboren wurden 2 Babys
von Blondy am 23.05.2009 3 Eier
geboren wurden 3 Babys
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Ich bin die Nr. 1 und heiße "Tonja"
(o. li.) Mein Name kommt aus dem Russischen
und bedeutet "die Voranschreitende".
Ich halte mich bereits daran und bin morgens die Erste.
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Ich bin zwar die Nr. 2, aber das hat nix
zu sagen. Dafür bin ich die Göttin der
Jagd und des Mondes. F
Fällt der Name Euch ein? -- Diana ! ( o. re.)
Am liebsten esse ich bunte Blüten, wie Hibiskus, Zucchini und was sonst
alles
so grünt und blüht.
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Die Nr. 3 bin ich. Ich bin wild und
klettere besonders gern. Auch Bungeejumping macht
mir Spaß. Springen kann ich auch schon und trainieren für den nächsten 100 m
Lauf ist
auch schon drin. Darum heiße ich Randy. (o. li. )
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In diesem Jahr die Nr. 4 ist Darja.
Mein Name sagt aus, dass ich die " Inhaberin des Guten" bin.
Ich bin eine ganz liebe Horsfieldii-Kröte und ärgere meine Mitbewohner auch
nicht.
Am liebsten liege ich stundenlang in der Sonne. ( o. re. )
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Alina, das bin ich, die Nr. 5
Schlafen tue ich für mein Leben gern und ganz nebenbei fresse ich auch
besonders gern.
Nachts werde ich manchmal wach und dann kratze ich im Terrarium herum, was meine
Mitbewohner stört - mich aber nicht. ( o. li.
)
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Ich bin die Nr. 6 und heiße Gruschka.
Eigentlich ist das eine Namensabkürzung von Alexander. Gut ist dieser Name
für mich,
denn ich will groß werden.
Dafür esse ich schon viel und bewegen tue ich mich auch sehr gerne, besonders
der
Langlauf hat es mir angetan. ( o. re. )
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Tasha, das ist mein Name und ich bin die Nr.
7.
Der Name bedeutet, die zu Weihnachten geborene.
Ja also, ich bin doch nicht Weihnachten geboren, der Name hört sich "schick"
an,
vielleicht gehe ich mal auf den Laufsteg. ( o. li. )
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Ich bin das schwedische Zauberwesen "
Trollet " und bin die Nr. 8.
In Rödinghausen habe ich schon mal aus dem Ei die Welt angeschaut und in
Bünde bin
ich dann geboren.
Meine Mami heißt Blondie und ich wog am 05.07.2009 ganze 18 g. ( o. re.)
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Nr. 9 und überhaupt die schönste unter den
Kröten bin ich - Aljoscha.
Mein Name bedeutet " die Beschützende ".
Brauni ist meine Mami und geboren bin ich am 11.07.2009 um 9.15 Uhr.
An den ersten 2 Tagen hatte ich große Probleme mit dem Atmen, aber auch das
habe
ich dann gelernt.
Ganze 14 g brachte ich auf die Waage.
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Ich bin die Nr. 10 und heiße Lara, " die
mit Lorbeer geschützte ".
Geboren bin ich am 26.07. und war 18 g schwer.
Meine Mutter hieß Bianca und ich durfte sie noch nicht einmal kennen
lernen.
Ich vermisse sie sehr.
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Jana heiße ich und bin die Nr. 11.
Auch ich bin in Bünde geboren und zwar am 26.07. mit 18 g und meine
Mutter ist die
Blondie. Mein Name kommt aus den Hebräischen von dem Apostel Johannes.
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Die Maja Nr. 12 bin ich.
Der Name kommt aus der griechischen Mythologie und bedeutet " die
Hübsche ".
In Bünde wurde ich am 27.07. mit 14 g geboren und meine Mutter ist die
Blondie.
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Karina, das bin ich, die Nr. 13.
Auch ich bin ein Baby von Bianca und wurde am 27.07. mit nur 12 g
geboren.
Karina ist eine Abkürzung von Katharina der Großen.
Groß ist richtig, denn ganz groß will ich werden. ( o. li. )
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Nina ist mein Name, die Nr. 14.
Der Name kommt aus dem Russischen und bedeutet Feuer oder Glut.
Meine Mutter heißt Blondie und
geboren wurde ich am 27.07. mit 15 g. ( o. re.)
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So, ich bin die Kleinste, Nr. 15 Jorina
Mein Name kommt aus einem russischen Märchen.
Meine Mama heißt Mausi und geboren wurde ich am 29.07. mit 14 g.
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Für den großen Hunger - Blüten
Sonnenbaden
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Die Abgabe dieser Tiere
ist nur an liebevolle und verantwortungsbewußte Tierliebhaber und nur mit
Genehmigung der Pflegeeltern erlaubt!!!!!
Wolfgang und Angelika
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Vielen Dank für dieses Tagebuch sagt Euch von Herzen Petra
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10.09.2009 Das sind die 15 Kleinen heute
Wie man sieht, ist die kleine Bande recht aktiv.
Alle Farben sind vertreten, von gelb
über grün, braun bis dunkel. Alle haben wunderbar zugenommen und sind fit -
dank
der guten Aufzucht der Pflegeeltern.
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Hier geht es bald weiter.
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